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Die Ernährung eines Neugeborenen braucht in den ersten Wochen viel Geduld und Zeit. Ob das Stillen oder ein teilweises Stillen gelingt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Fachpersonen sind verpflichtet korrekte, realistische Informationen an die Eltern weiterzugeben. Wird die Milchproduktion aufgebaut, können die Eltern zu einem spätern Zeitpunkt frei über die weitere Ernährungsart ihres Kindes entscheiden.

Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC begleiten die Eltern auch einfühlsam, wenn ihr Kind nicht gestillt wird.

Immer häufiger wird ein Kind mit Spaltbildung bereits in der Schwangerschaft per Ultraschall erkannt. Diese frühzeitige Diagnose gibt den Eltern und der Stillberaterin Gelegenheit, vor der Geburt das Stillen und die andern Ernährungsmöglichkeiten anzusprechen.

Nach der Geburt findet eine Prägung von Mutter und Kind statt, die nur bei akuten gesundheitlichen Problemen des Neugeborenen unterbrochen werden darf. Eine gemeinsame Verlegung in eine Zentrumsklinik ist einer Trennung über Tage vorzuziehen.

Im Gebärsaal darf auch das Kind mit einer Lippen- und Gaumenspalte an die Brust. Vielleicht möchte es nur lecken, oder seinen Kopf auf die Brust seiner Mutter legen. Sein Saugbedürfnis ist unmittelbar nach der Geburt ausgeprägt wie bei jedem andern Neugeborenen. Die Befürchtung es könnte Muttermilch aspirieren, ist völlig unbegründet, da die Kolostrummengen gering sind.

Regelmässiges Abpumpen nach der Geburt ist trotz den Stillversuchen unbedingt notwendig. Dazu eignen sich die elektrischen Pumpen von den Firmen Medela Modell Symphony oder ARDO Modell Elite oder Lacatine. Bei vertrauter Handhabung spart das gleichzeitige Pumpen (Doppelpumpset) beider Brüste Zeit und erhöht den Prolaktinspiegel.

Falls das Stillen nicht in Frage kommt, ist die abgepumpte Muttermilch mit ihren immunologischen Vorteilen der künstlichen Milch vorzuziehen.

Die Kosten für die Brustpumpe werden von den Krankenkassen grösstenteils übernommen. Bereits vor dem Einpassen einer Gaumenplatte kann das Neugeborene gestillt werden. Falls es sehr hungrig und ungeduldig ist, funktioniert das Fingerfeeding sehr gut. Dazu ist die Anleitung einer Stillberaterin IBCLC erforderlich. Adressen finden Sie unter www.velb.org.

Zusätzlich zu den Stillversuchen ist die Zufütterung mit andern Hilfsmitteln notwendig, dem Fingerfeeder, dem Brusternährungsset oder dem SpcialNeeds® Sauger ehemals Habermansauger Medela Stillhilfen.
Ein Baby mit einer Gaumenspalte kann kein Vakuum aufbauen, darum ist das Stillen schwieriger. Nach der Gaumenplastik ist das normale Stillen einfacher. Am Spaltzentrum Luzern wir der Gaumen mit 6 Monaten verschlossen. Der Abdruck des Oberkiefers wird so früh als möglich gemacht. Die danach gefertigte Kunststoffplatte aus weichem Material trennt die Mundhöhle von der Nasenhöhle und bringt die Zunge in eine gemittete Lage. Das Trinken wird dadurch erleichtert. Diese Trinkplatte wird in der Regel nur zum Reinigen aus dem Mund entfernt.
 
Manche Kinder stillen ohne Platte besser. Bei diesen wird die Platte zwischen den Trinkzeiten im Mund belassen.

               
Vorteile der Muttermilch

 

  • einzigartige Zusammensetzung
  • immunologische Vorteile (Mittelohr, Nasenschleimhaut)
  • geringere Infektanfälligkeit
  • optimale Wundheilung nach der Operation

 

 

Vorteile des Stillens

 

  • kräftige Mund- und Gesichtsmuskulatur
  • erleichtertes Annehmen der sichtbaren Behinderung
  • beim Stillen wird die Spalte von der Brust verdeckt
  • nach der Lippen- und Gaumenplastik, Chance einer normalen Stillzeit

    
Während den ersten Wochen wird eine kombinierte Ernährungsvariante notwendig sein. Die Mundmuskulatur braucht mehrere Wochen bis Monate bis sie kräftig genug ist, um ein mehrheitliches Stillen zu ermöglichen.

Erklärungen zu den Stillhilfen, dem Fingerfeeder, dem Brusternährungsset und dem SpecialNeeds® Sauger finden Sie in der Broschüre „Lasst uns etwas Zeit“ oder in der DVD "Mit Spalte geboren".